Rennradtouren auf Mallorca

Wenn der Durchschnittsdeutsche das Wort Mallorca hört, denkt er als erstes unweigerlich an ausufernde Strandpartys, lange Nächte in sommerlicher Festzeltatmosphäre und die dazu passende „Musik“. Dass ein Großteil der Touristen, die sich jedes Jahr in Scharen auf den Weg machen, um die größte Insel der Balearen zu besuchen, genau das im Sinn hat, lässt sich nicht leugnen. Genauso wenig aber auch die Tatsache, dass Mallorca viel – sehr viel – mehr zu bieten hat als Ballermann und Schinkenstraße.

rennrad mallorca

Immer mehr Deutsche zieht es ins wunderschöne Hinterland der Insel, wo sie sich Finkas mieten und die traumhaften Landschaften Mallorcas genießen. Der einzige Schnittpunkt mit den Trinktouristen ist der gemeinsame Flug, ansonsten bekommt man vom Trubel, der am Strand herrscht, absolut gar nichts mit.

Paradies für Radfahrer

Doch nicht nur Ruhesuchende haben ihr eigenes Mallorca für sich entdeckt, sondern auch Radsportler. Die teilweise sehr anspruchsvollen Touren auf der spanischen Insel sind sportlich herausfordernd und führen durch atemberaubende Landschaften – kein Wunder, dass sich viele Profis hier auf die kräftezehrende Saison vorbereiten. Die Routen Mallorcas ziehen aber auch immer mehr Hobbysportler an. Sie fühlen sich angesprochen? Dann sind Sie hier genau richtig!

Wir haben uns für Sie auf Entdeckungsreise begeben und drei tolle Routen zusammengestellt, auf denen Sie die landschaftliche und kulturelle Schönheit Mallorcas aus allernächster Nähe erleben und so bewusst wahrnehmen können, wie es nur auf zwei Rädern geht.

Anlaufstellen für Radtouristen – Flug, Unterkunft, Leihrad

Aber immer der Reihe nach: Wer auf Mallorca radeln will, muss als erstes nach Mallorca. Einen günstigen Flug zu bekommen, ist allerding nicht wirklich eine große Herausforderung. Als Lieblingsinsel der Deutschen ist „Malle“ eines der von hier aus am häufigsten angesteuerten Ziele.

Auch eine günstige, aber dennoch komfortable Unterkunft sollten Sie in einem der im Moment florierenden Internetreisebüros (DERTOUR, ITS etc.) relativ einfach bekommen. Nun bleibt nur noch die Frage nach dem Rad.

Es ist schließlich am Schönsten, eine Tour auf dem eigenen Drahtesel zu unternehmen. Auf der anderen Seite gibt es diverse Veranstalter (etwa vuelta oder radissimo), die neben ein- oder mehrtägigen Touren auch hochwertige Leihräder anbieten. Am Ende ist es meist eine Kostenfrage. Erlaubt die Fluglinie Ihrer Wahl Sperrgepäck zu einem akzeptablen Preis, spricht nichts dagegen, dass Sie ihr eigenes Rennrad mitnehmen, um damit die Insel zu erkunden. Liegen die Unkosten für ein Leihrad auf demselben Niveau oder sogar darunter, ist es – auch wegen des geringeren Aufwands – sinnvoller, auf ein geliehenes Gefährt zu setzen.

Drei tolle Touren

Jetzt genug des Vorgeplänkels, wahrscheinlich sitzen Sie schon zappelnd vorm Rechner und fragen sich, wann es endlich losgeht. Daher ohne weitere Umschweife zu den drei Touren, die wir für Sie ausgewählt haben:

Palma – Orient – Palma

Keine Angst, so weit wie es sich anhört, ist es nicht. Bei Orient handelt es sich nämlich um ein malerisches Dörfchen und nicht etwa das Morgenland. Von Palma aus geht es zunächst auf einer sehr gut zu befahrenden Straße nach Bunyola, wo Sie auf dem Marktplatz in einer tollen Atmosphäre einen Kaffee trinken und sich für den weiteren Weg stärken können. Er führt über Orient nach Alaró und gehört zu den schönsten Strecken der Insel. Nicht umsonst zählt diese - leider nicht immer radfreundliche – Straße zum Weltkulturerbe. Nach knapp 70 km, auf denen Sie 800 Höhenmeter überwinden, kommen Sie wieder in Palma an.

Alcúdia – Coll de sa Bataia – Alcúdia

Diese Strecke ist deutlich anspruchsvoller als die erste, wie das Auftauchen eines Berges in der Routenbeschreibung schon vermuten lässt. Von Alcúdia führt die Straße nach Polenca und weiter nach Lluc. Beide Orte eignen sich bestens für ein entspanntes Päuschen, denn es liegt noch Einiges vor Ihnen. Um genau zu sein handelt es sich dabei um den Coll de sa Bataia, der mit einer Höhe von knapp 600 Metern durchaus eine herausfordernde Steigung darstellt. Ist diese Hürde genommen, geht es über Capanet und Sa Pobla zurück zum Ausgangspunkt.

Alcúdia – Nordspitze – Alcúdia

Auch bei unserer dritten Tour ist Alcúdia sowohl Start- als auch Zielpunkt. Allerdings geht es diesmal nicht ins Landesinnere, sondern an der Küste entlang zum nördlichsten Punkt Mallorcas. Dabei stehen Ihnen diverse knackige Anstiege im Weg, die zu meistern es schon einiger Übung bedarf. Belohnt werden Sie für die Strapazen mit einem atemberaubenden Ausblick auf die Küste – und natürlich dürfen Sie jeden Meter, den Sie sich nach oben gequält haben, später als rasante Abfahrt genießen. Wenn Sie ausreichend trainiert sind, werden Sie diese knapp 60 Kilometer lieben!